Interview mit Head of Sports Björn Gerhard

„Wir sind noch lange nicht am Ziel – aber jetzt auf dem richtigen Weg.“

Vier Siege in Serie – ein Erfolg im Cup und drei in der Meisterschaft – unser EHC Chur ist nach einem schwierigen Start wieder voll im Flow. Wir haben mit Head of Sports Björn Gerhard über die aktuelle Entwicklung, die Stärken der Mannschaft und die nächsten Schritte gesprochen.

Björn, vier Siege in Serie – was hat sich verändert?

„Wir haben uns zusammengerauft, als Team Verantwortung übernommen und an den kleinen Dingen gearbeitet. Der Einsatz ist höher, die Abläufe klarer. Jeder weiss, was er tun muss – und das zeigt sich jetzt auch auf der Resultattafel.“

Der Saisonstart war holprig. Woran lag das?

„Wir mussten verstehen, dass in dieser Liga jedes Spiel ein Vollgas-Tag ist. Das Level der Sky Swiss League ist hoch, die anderen Teams haben sich im Vergleich zur letzten Saison auch verbessert – heisst, du musst täglich an die Grenze gehen. Wir hatten zwar die Erfahrung der letzten Saison, mussten aber einiges nochmals neu beurteilen und verstehen. Diese Erfahrung brauchte etwas Zeit, jetzt setzen wir sie konsequent um.“

Was macht die Mannschaft aktuell stark?

„Teamgeist und Arbeitsethik. Wir sind näher zusammengerückt, spielen einfacher, direkter – und jeder kämpft für den anderen. Die Moral im Team stimmt.“

Wo siehst du die grössten Fortschritte?

„Ganz klar in der Offensive und in den Special Teams. Wir produzieren mehr Tore, sind gefährlicher im Powerplay und stabiler im Boxplay. Das ist harte Trainingsarbeit – und sie trägt jetzt Früchte.“

Und wo gibt es noch Luft nach oben?

„Wir wollen konstanter werden. Jeder Einzelne muss sich weiterentwickeln – technisch, mental und taktisch. Unser Ziel bleibt, die Basis zu festigen und in jedem Spiel die gleiche Intensität zu bringen. Und in den Special-Team-Situationen wollen wir noch cleverer werden.“

Der EHC setzt stark auf junge Spieler. Wie beurteilst du ihre Entwicklung?

„Unterschiedlich – aber insgesamt sehr positiv. Junge Spieler brauchen Zeit, um in dieser Liga anzukommen. Wir geben ihnen die Strukturen, das Vertrauen und die Geduld, um zu wachsen. Das zahlt sich aus.“

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam?

„Sehr eng. Wir sprechen täglich, tauschen uns über Trainings, Spiele, Personal und Strategien aus. Es ist meine Aufgabe, das Trainerteam zu unterstützen – aber auch zu fordern. So entwickeln wir uns gemeinsam weiter.“

Kann es im Kader noch Veränderungen geben?

„Wir behalten den Markt immer im Auge. Wenn sich eine sinnvolle Möglichkeit ergibt, die Mannschaft gezielt zu verstärken, werden wir handeln. Es geht aber nicht um Aktionismus, sondern um Qualität und Passung. Mit Nik Petrovic haben wir jetzt einen starken Spieler wieder bei uns, der uns kennt und den wir bereits kennen. Das ist eine wichtige Ergänzung.“

Was ist dein Fokus für die kommenden Wochen?

„Dranbleiben. Weiter hart arbeiten, an den Details feilen, Vertrauen aufbauen. Wir haben jetzt Schwung – den wollen wir mitnehmen und beweisen, dass dieser Aufwärtstrend kein Zufall ist.“

Dein persönliches Fazit nach dem ersten Saisonviertel?

„Wir sind noch lange nicht am Ziel – aber jetzt auf dem richtigen Weg. Die Mannschaft lebt, sie kämpft, sie will. Und das ist genau der EHC Chur, den wir sehen wollen.“

Ein starkes Signal vom Head of Sports: Der EHC Chur hat den schwierigen Start hinter sich gelassen und zeigt, dass er in der Sky Swiss League angekommen ist.