Im Gespräch mit Jan und Reto von Arx

Jan, Reto, nach sieben Niederlagen in Serie ist der EHC Chur aktuell auf Rang 9 und knapp unter den Play- off-Plätzen. Wie geht ihr mit dieser Situation um?

Jan: «Natürlich schmerzen die sieben Niederlagen. Aber als Aufsteiger in die Swiss League wussten wir, dass wir Lehrgeld zahlen müssen. Diese Liga verzeiht keine Fehler, das ist klar. Wir müssen in jedem Spiel diszipliniert und konzentriert spielen, sonst haben wir es schwer. Trotzdem: Die Mannschaft kämpft, gibt alles und hält gut mit. Wir sind auf dem richtigen Weg.»

Reto: «Ich bin da voll bei Jan! Ohne etwas schönreden zu wollen, aber für ein junges Team wie den EHC ist es natürlich doppelt schwer, wenn Leistungsträger wie Ronny Dähler, Serge Weber, Dario Bartholet oder Fabian Berri ausfallen. Aber ich bin stolz auf die Jungs. Sie zeigen Herz, geben nicht auf und lernen mit jedem Spiel dazu. Unser Fokus ist, ruhig zu bleiben, weiterzuarbeiten und dem Team Vertrauen zu geben. Hier in Chur haben wir einen langfristigen Plan: Schritt für Schritt bauen wir eine Mannschaft für die Zukunft auf. Saison für Saison kämpfen wir uns weiter nach vorne.»

Viele der Niederlagen sind auch durch blöde Strafen entstanden. Woran liegt das, und wie wollt ihr das abstellen?

Jan: «Strafen sind nicht förderlich in dieser Liga bzw. allgemein im Eishockey. Oft sind sie das Resultat von Frust, Energie- oder Konzentrationsmangel. Das darf nicht passieren. Wir arbeiten intensiv mit der Defensive daran, disziplinierter und smarter zu agieren. Die Spieler müssen lernen, hart, aber klug zu spielen. Es geht darum, dass jeder versteht, dass jede unnötige Strafe ein Risiko ist, das wir uns nicht leisten können.»

Reto: «Auch in der Offensive müssen wir lernen, unsere Emotionen noch besser zu kontrollieren. Wir brauchen diese Balance – Energie und Aggressivität, aber ohne Strafen.»

Jan, das Penalty-Killing ist noch nicht stabil. Wie gehst du das an?

Jan: «Das PK ist definitiv noch nicht dort, wo wir es wollen. Wir lassen dem Gegner zu viel Raum, was uns entschei- dende Gegentore kostet. Wir arbeiten daran, dass die Jungs ihre Positionen halten und schnell reagieren. Schüsse blockieren und die Lücken schliessen – das sind Basics, die sitzen müssen. Die Jungs wissen, dass wir hier noch mehr investieren müssen. Wir arbeiten daran.»

Reto, offensiv zeigt die Mannschaft gute Ansätze, aber oft fehlt das Tor. Was muss sich ändern?

Reto: «Unser Powerplay ist solide, aber uns fehlt die Kaltblütigkeit im Abschluss. Wir müssen entschlossener in die gefährlichen Bereiche gehen und uns auch mal schmutzige Tore erarbeiten.»

Wird es Verstärkungen im Kader geben?

Reto: «Wir arbeiten intensiv daran, das Kader zu verbreitern. Wir suchen aktiv nach 2-3 Verstärkungen über B-Lizenzen und prüfen auch langfristige Optionen. Die Gespräche laufen. Es ist wichtig, dass wir Verstärkungen holen, die zu unserer Philosophie passen und uns wirklich weiterbringen.»

Jan: «Wir suchen gezielt nach Spielern, die uns sofort helfen, aber auch langfristig ein Teil dieser Mannschaft sein können. Es bringt nichts, hektisch zu werden. Wir arbeiten ruhig und mit Bedacht.»

Was sind eure Ziele für die nahe Zukunft?

Reto: «Unser nächstes Ziel ist, die nächste Cup-Runde gegen Winterthur am 13. November zu gewinnen. Ein Halbfinaleinzug wäre ein tolles Signal und würde der Mannschaft einen Schub geben. Und natürlich bleibt die Play-off-Qualifikation das grosse Ziel unserer ersten Swiss League Saison.»

Jan: «Genau, die Playoffs sind das Ziel. Es wird kein leichter Weg, aber ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können, wenn wir als Team geschlossen auftreten. Jeder Spieler muss seinen Teil dazu beitragen. Aber ich spüre, dass das Team bereit ist, sich zu beweisen.»

Abschliessend – was möchtet ihr unseren treuen Zuschauern und Fans mit auf den Weg geben?

Reto: «Ein grosses Dankeschön! Eure Unterstützung hilft uns enorm. Es zeigt, dass ihr hinter uns steht.»

Jan: «Die Energie im Stadion ist fantastisch, und das spüren die Spieler. Bleibt geduldig – wir bauen hier etwas auf und das braucht Zeit. Die Mannschaft ist jung, hungrig und kämpft. Mit euch im Rücken schaffen wir das.»