«Das ist nicht das Gesicht, das wir zeigen wollen.»
Björn Gerhard zum gestrigen Spiel gegen die GCK Lions
Björn Gerhard, der EHC Chur hat gestern eine bittere 1:7-Niederlage gegen die GCK Lions hinnehmen müssen. Wie bewertest du die Leistung der Mannschaft?
Zunächst einmal, das Ergebnis spricht für sich. Wir haben gestern Abend weit unter unseren Möglichkeiten gespielt. Die GCK Lions sind ein starkes Team, sie standen letztes Jahr im Playoff-Final, aber die Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben, war inakzeptabel. Es fehlte an Energie, Kampfgeist und Einsatzbereitschaft. Das sind Dinge, die wir beim EHC Chur immer verlangen, egal wer der Gegner ist und wie der Spielstand aussieht.
Die Zuschauer und Fans waren enttäuscht, nicht nur vom Ergebnis, sondern vor allem von der fehlenden Gegenwehr. Wie erklärst du dir den Auftritt der Mannschaft?
Ich kann den Unmut der Fans absolut nachvollziehen. Es gehört zu den Grundwerten des EHC Chur, dass wir in Schwarz-Weiss-Rot immer alles geben, besonders vor heimischem Publikum. Jeder im Team muss verstehen, dass man bei Chur nicht nur einfach ein Trikot trägt, sondern die Tradition und die Leidenschaft dieses Vereins verkörpert. Gestern Abend haben wir das nicht getan, und dafür gibt es keine Ausreden. Das ist nicht das Gesicht, das wir zeigen wollen. Wir werden dieses Spiel gründlich analysieren und ich erwarte klare Erklärungen, auch von den Coaches, wie es zu so einem Auftritt kommen konnte.
Hast du mit dem Trainerteam bereits sprechen können?
Wer die Brüder von Arx kennt, weiss, dass sie meine Haltung zu 100 Prozent mittragen. Aber sie wissen natürlich auch, dass ein junges Team mal so einen Abend einziehen kann. Wichtig ist die gute Nachbearbeitung einer solchen Klatsche.
Die Mannschaft hat in den Spielen zuvor gegen starke Gegner wie Sierre und Olten knappe Niederlagen erlitten. Hältst du den gestrigen Leistungseinbruch für ein einmaliges Ereignis oder siehst du tiefer liegende Probleme?
Die knappen Niederlagen gegen Sierre und Olten haben gezeigt, dass wir durchaus auf Augenhöhe mit starken Gegnern spielen können. Deshalb kam der gestrige Leistungseinbruch umso überraschender. Ich hoffe, dass es ein Ausrutscher war. Wir müssen aber auch realistisch sein: Wir haben ein junges Team, ohne Ausländer-Verstärkung. Das hat in solchen Momenten seinen Preis. Wir sind aber überzeugt, dass wir diesen Weg gehen wollen. Das braucht Geduld, das wussten wir, als wir uns für diesen Weg entschieden haben.
A propos junges Team: Viele Fans fordern seit einiger Zeit den Einsatz von Mischa Bleiker, einem Eigengewächs, das noch keine Einsatzzeit bekommen hat. Wieso wurde er bisher nicht berücksichtigt?
Ich verstehe das Interesse der Fans an Mischa Bleiker, und es ist immer positiv, wenn eigene Talente gefördert werden. Letztlich ist es natürlich die Entscheidung der Coaches, wer spielt. Mischas Zeit wird kommen.
Das nächste Spiel steht morgen im Swiss Ice Hockey Cup gegen den EHC Bülach an, ein unterklassiger Gegner. Was erwartest du von der Mannschaft in diesem Spiel?
Ich erwarte eine klare und deutliche Reaktion. Es ist egal, dass Bülach in einer tieferen Liga spielt – jedes Spiel zählt, und wir dürfen uns auf keinen Fall auf dem Papier als Favorit fühlen. Die Mannschaft muss mit dem nötigen Respekt und Einsatz auftreten. Die Fans und der Verein erwarten, dass die Spieler sich auf dem Eis zerreissen, und das muss morgen klar sichtbar sein. Ein solches Spiel ist eine gute Gelegenheit, sich wieder zu stabilisieren und das Vertrauen zurückzugewinnen, aber wir dürfen Bülach keinesfalls unterschätzen.
Was möchtest du den Fans noch mit auf den Weg geben?
Die Fans sind das Herzstück dieses Vereins, und wir wissen, dass sie so eine Leistung nicht akzeptieren können – das tun wir auch nicht. Die Unterstützung unserer Fans ist enorm wichtig. Wir brauchen ihre Energie im Stadion. Ich möchte den Fans versichern, dass wir hart daran arbeiten werden, wieder die Leistungen abzurufen, die sie von uns erwarten.
Vielen Dank, Björn, für deine offenen Worte. Wir wünschen dir und dem Team viel Erfolg bei den kommenden Herausforderungen.
Vielen Dank. Wir geben weiter Vollgas!